
Ulmer SchülerInnen Bündnis statt.
Uhrzeit: 18.30
Ort: Bleichstraße 9
89077 Ulm

BILDUNGSSTREIKAUFRUF FÜR EINEN HEISSEN HERBST
Im Juni 2009 sind in über einhundert Städten 270.000 SchülerInnen, Studierende, Azubis, Lehrende und GewerkschafterInnen gemeinsam auf die Straße gegangen, um gegen die unzumutbaren Zustände im Bildungssystem zu protestieren. Trotz großer Aufmerksamkeit und kleinen Zugeständnissen hat sich nichts geändert – unsere zentralen Forderungen wurden nicht erfüllt.
Wir bleiben bei unserer Kritik! Wir machen weiter! Vom 17. November bis zum 10. Dezember rufen wir deshalb zu neuen Aktionen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks auf.
Unsere Bewegung ist nicht auf die Bundesrepublik begrenzt, wir stellen den Bildungsstreik in einen internationalen Zusammenhang und solidarisieren uns mit ähnlichen Protestbewegungen in anderen Ländern. Als Auftakt für einen heißen Herbst beziehen wir uns deshalb auf die „Global Week of Action“ und rufen für den 17. November bundesweit zu Demonstrationen und Aktionen auf.
Mit vielfältigen Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen, etc.) wollen wir die Krise des Bildungssystems auch nach der Bundestagswahl zur Diskussion stellen und konkrete Veränderungen durchsetzen.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt weltweit, dass wettbewerbsorientierte Entscheidungen in allen gesellschaftlichen Bereichen verheerend sind. Deshalb suchen wir das Bündnis mit Gewerkschaften und anderen sozialen Bewegungen, um die Auseinandersetzung im Bildungsbereich als gesamtgesellschaftlichen Konflikt zuzuspitzen.
Dem Einfluss der maßgeblichen politischen und wirtschaftlichen Interessen im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:
selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck
freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studien-, Ausbildungs- und Kitagebühren
öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft u.a. auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
Nach den Protesten gegen die Hochschulrektorenkonferenz in Leipzig (24.11.) wollen wir in einer bundesweiten Aktionswoche vom 30. November bis 6. Dezember diese Alternativen zum herrschenden Bildungssystem konkretisieren und auf regionalen Bildungsgipfeln zur Diskussion stellen.
Sollten die Verantwortlichen in Regierungen, Ministerien und Hochschulleitungen die berechtigten Forderungen des Bildungsstreiks weiterhin nicht umsetzen, werden wir die Kultusministerkonferenz am 10. Dezember in Bonn massenhaft blockieren und weitere Proteste vorbereiten.
Wir, das bundesweite Bildungsstreiktreffen in Leipzig, rufen alle Bildungsstreikbündnisse und UnterstützerInnen dazu auf, weiter zu machen und sich an neuen Aktionen zu beteiligen. Wir wollen einen heißen Herbst! Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und nötiger denn je!
Quelle: Schulaction.org
PAUKST DU NOCH – ODER STREIKST DU SCHON ?!
(Seit der globalen Wirtschaftskrise, rennen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Politiker und Unternehmer wie aufgescheuchte Hühner durch die Gegend und suchen verzweifelt nach einer Lösung.) Der Wirtschaftskrise zuvor war bzw. ist das Bildungssystem ein langjähriges Krisengebiet, dass aber niemandem wirklich auffallen wollte. Immer hieß es bis jetzt vom Staat aus, sie hätten nicht genügend Geld, wenn es um Investitionen in die Bildung ging, doch jetzt auf einmal werden fette Milliardenpakete für die Banken geschnürt.
Hinzu kommen: Die scharfe Selektion schon nach der vierten Klasse, die Kopfnoten, die Lernmittelknappheit, der Unterrichtsausfall und die gestressten Lehrer/innen. Vor allem betrifft die Bildungskrise die sozial Schwächeren, die sich mangels Geld nicht auf die Privatschulen und Elite-Unis abseilen können. Die Gewinner: die Geldeliten und Konzerne; während sich die einen ihre Privilegien im Bildungssystem absichern, bekommen die anderen Azubis und Arbeitskräfte für lau und können außerdem über Public-Private-Partnerships und über ihre Think-Tanks, die Bildungsinhalte nach ihren Profitinteressen zurecht biegen lassen.
Bildung bestimmt nicht nur die Entwicklungs – und Handlungschancen jedes und jeder Einzelnen im Beruf, Privatleben und als Bürger, sonder auch die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Mit Abwarten und Hoffen, dass sich dieses Problem von selbst löst, kommen wir nicht weiter.
Daher ist es wichtiger, gemeinsam etwas zu tun, als nur gleiche Ansichten zu haben !
Doch dazu brauchen wir die Unterstützung aller SchülerInnen, Studis, Auszubildender und auch aller anderen Interessenten.



